Verfasst von: heinzney | Februar 25, 2012

Die Deutsche Seemannsmission hat Geburtstag

Am 25. Februar 1885 wurde die Deutschen Seemannsmission gegründet; zur Erinnerung:

Die Initiative zur Gründung der Deutschen Seemannsmission entsprang einer flammenden Rede des damals jungen Pastors Johann Hinrich Wichern auf dem ersten Kirchentag 1848 in der Lutherstadt Wittenberg. Darin forderte er die Kirche auf, sich der Notleidenden auf allen Gebieten anzunehmen. Aus diesem Impuls entstand die Innere Mission. Wichern sprach auch von der sittlichen Verwahrlosung in deutschen und überseeischen Häfen.

Die eigentliche Initiative zur Gründung einer Deutschen Seemannsmission ging jedoch von deutschen Auswanderergemeinden in Großbritannien aus, die in den dortigen Industriegebieten und Hafenstädten eine neue Heimat gefunden hatten. Zurückgekehrte Seeleute berichteten von ihren Begegnungen mit der Seemannsmission in England und forcierten so die Gründung einer Seemannsmission auch im Inland. Bald danach reiste ein deutscher Pastor nach England, um von der britischen Initiative missions to seamen zu lernen (Quelle: Wikipedia).  Mehr: www.seemannsmission.org.

Und nur kurze Zeit später – am 25. Juni 1900 -  wurde in Berlin der Verein zur kirchlichen Fürsorge für die Fluß- und Kanalschiffer e.V. gegründet. Mehr dazu: http://schifferkirche.wordpress.com/

Verfasst von: heinzney | Februar 24, 2012

GORCH FOCK II: Aufgetakelt wird im April in Elsfleth

 Großsegler Arbeiten am Rumpf des Segelschulschiffes – Pause bei Frost

Die GoFo in Elsfleth, Foto: Dieter Fooken

Momentan liegt das Schiff in Bremerhaven. Bei extremem Frost konnte nicht geschweißt werden.

Elsfleth – Die „Gorch Fock“ wird wohl etwas später nach Elsfleth zurückkehren, als zunächst angenommen. Grund ist die extreme Kälte in den vergangenen Wochen.

Seit Mitte Januar lag das Segelschulschiff der deutschen Marine zunächst eine Woche lang in der Elsflether Werft. „Die Rahen wurden heruntergelassen und weitere vorbereitende Arbeiten erledigt“, erklärte Chef Klaus Wiechmann am Dienstag im Gespräch mit der NWZ.

Nach dem Abtakeln brach das weiße Segelschiff planmäßig zur nächsten Station auf: der Bredo-Werft in Bremerhaven. Dort geht es nun ans Eingemachte. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Elsflether Werft sollen im Dock die Schäden am Rumpf behoben werden. Die Mannschaft ist währenddessen auf einem Wohnschiff untergebracht.

„Die Außenhaut der Gorch Fock ist defekt. Sie muss deshalb teilweise ausgetauscht und neu konserviert werden“, sagt Wiechmann. Der Austausch der Platten ist nicht einfach. „Wir müssen stückchenweise vorgehen. Man kann immer nur wenige Platten herausnehmen, um die Stabilität des Rumpfes nicht zu gefährden“, so Wiechmann.

Die extreme Kälte der vergangenen Wochen hat den Zeitplan der Instandsetzung etwas in Verzug gebracht. „Es konnte bei diesen Minustemperaturen nicht geschweißt werden“, erklärte Klaus Wiechmann. Er erwartet das Segelschulschiff im April wieder zurück in Elsfleth auf der Hunte.

Quelle: NWZ/Friederike Liebscher

Schwierige Bergung (Bild: Marina Militare)

Bis zum 23.2. gelang es, auch die letzten von insgesamt acht in den vergangenen Tagen in der “Costa Concordia” entdeckten Leichen zu ziehen. Sie wurden zur Autopsie nach Grosseto gebracht. Neue Unterwasserbilder machten deutlich, wie schwierig die Arbeit der Rettungskräfte war. Die Quergänge des Schiffes führen senkrecht nach unten, in den längs dazu verlaufenden Korridoren liegen die Kabinentüren am Boden. Von Hand gezeichnete Pläne wiesen den Marinetauchern den Weg durch das Labyrinth des Wracks. Sieben Menschen werden darin immer noch vermisst. Die Froschmänner dürfen während ihrer Arbeit nur 15 Minuten im Schiff sein. An Leinen und Leitern hangeln sie sich in die Eingeweide des Kreuzfahrers. Auf dem Aussendeck steht eine Abseilvorrichtung, an der sie gesichert sind.

Im Zuge der Leichenbergung wurden auch die dramatischen Umstände deutlich, unter denen die Passagiere zu Tode gekommen waren. Vier von ihnen steckten in einem überfluteten Aufzug. Alle trugen Schwimmwesten. Vier weitere Leichen wurden auf einer Treppe entdeckt, auf der eine fünfjährige Italienerin wohl ausgerutscht war, als sie hinter ihrem Vater hergelaufen war. Sie konnte durch einen dunklen Erwachsenenmantel identifiziert werden, den ihr ein spanisches Ehepaar in der kalten Nacht noch umgehängt hatte. Die Körper befanden sich nur 20 Meter entfernt von einer Stelle, auf der sie wohl überlebt hätten. Die Freundin des Vaters hatte die beiden noch hin- und herlaufen sehen, um auf die sichere Seite des Schiffs zu gelangen. Der schwer kranke Vater war dann wohl zuerst weggerutscht, dann das Kind. Die Taucher waren sichtlich gezeichnet von dem Einsatz, denn der lange Aufenthalt im Wasser hat die Toten stark entstellt. Die fünfjährige Arlotti Dayana aus Rimini war zusammen mit ihrem an Diabetes leidenden Vater auf der Kreuzfahrt gewesen. Nachdem ihm eine neue Niere und eine Bauchspeicheldrüse implantiert worden waren, sollte die Kreuzfahrt ein Zeichen des Neubeginns sein nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Die geschiedene Mutter hatte Arlotti noch in den Kindergarten begleitet, ehe es selbst den Koffer packte mit ihren schönsten Kleidern für den vermeintlichen Traumurlaub auf der “Costa Concordia”.
Quelle: http://www.esys.org/news/sos.html / Tim Schwabedissen

Verfasst von: heinzney | Februar 19, 2012

RIAS Berlin mit Pension Spreewitz – ein Programmtipp

Clarisse Cossais

Clarisse Cossais, geboren 1969 in Marseille, lebt seit 1991 in Berlin. Autorin und Regisseurin. Seit 1993 freie Mitarbeiterin bei DLR Berlin, präsentiert die Reihe “Familie in Serie” bereits seit 1998 mit Erfolg.

Familie in Serie

“Pension Spreewitz” (RIAS Berlin) / “Neumann, zweimal klingeln” (Radio DDR 1)

Vorgestellt von Clarisse Cossais

Zwei Familienserien, produziert in Ost- und Westberlin in den 50er und 60er Jahren, kommen unter dem Dach “Familie in Serie” zusammen. Wie war das – Modellfamilie Ost und West? Ein Bild der real existierenden Figuren in Serienform, also alltagswitzig normiert?

“Kleine Geschichten im großen Berlin” – so lautet der Untertitel, den Thierry seiner Serie gegeben hat. Sie startete 1957 und hat 150 Folgen erlebt.

“Neumann, zweimal klingeln” ist ein Titel, der bei DDR-Radio-Hörern ein Lächeln hervorruft. Familie Neumann startete 1968 und hatte ein langes Leben: Über 600 Folgen sind erhalten.

Eine nächste Sendung ist am Mittwoch, 29.02.2012 um 21:33 Uhr, zu hören:  http://www.dradio.de/dkultur

Verfasst von: heinzney | Februar 16, 2012

Altes Holzwrack bei Bauarbeiten in Kapstadt entdeckt

(15.02.12) Bauarbeiter fanden bei Erschließungsarbeiten auf dem Gelände der V & A Waterfront in Kapstadt das Wrack eines alten hölzernen Schiffes. Es wurde an dem zuletzt ungenutzten Getreide-Silo 1 in der Nähe des Clock Tower entdeckt. Archäologische Untersuchungen sollen nun helfen, Alter und die Hintergründe des Schiffes herauszufinden. Beim Ausbau der Waterfront wurden schon häufig historische Funde gemacht, denn seit 350 Jahren, beginnend als Versorgungsstation der Holländer, gab es hier eine Hafennutzung. Ein Großteil der ursprünglichen Anlage wurde vor über 150 Jahren umgebaut. Bei den aktuellen Erweiterungsarbeiten ist ständig ein Team aus Wissenschaftlern bereit, um bei Funden sofort Untersuchungen abhalten können. Die Waterfront ist bei Touristen und Einheimischen als Freizeit- und Einkaufsareal gleichermaßen beliebt und wird kontinuierlich erweitert, so erfolgte der Fund bei den Bauvorbereitungen für ein sechsgeschossiges Gebäude. Die Arbeiten begannen im September 2011 und sollen bis 2013 abgeschlossen sein.

Quelle:Tim Schwabedissen

Waterfront Bootstour auf der Table Bay, Bildquelle: www.kapstadt-entdecken.de

Die Gewässer rund um die Kaphalbinsel sind ein wahrer Schiffsfriedhof. Hunderte von Schiffen liegen hier begraben – sei es durch Unfälle oder absichtlich dort abgelagert. Da sind zum Beispiel die fünf Wracke in der Nähe von Smitswinkel Bay auf der Kaphalbinsel. In 1975 entschied die Navy, fünf ihrer Schiffe zu versenken. Über die Jahre hindurch hat sich um diese Schiffe ein Riff gebildet, das von Korallen und vielfarbigen Schwämmen bedeckt ist. Die Schriffswracke liegen in einer Tiefe zwischen 7 und 20 Metern und sind heutzutage die Heimat von Hunderten von Fischen, Krabben und anderen Unterwasserfischarten. Das älteste Wrack Südafrikas ist die ‘Huis te Kraaiestein’, ein Schiff der Dutch East India Company (VOC) aus dem 17. Jahrhundert. Dieses historische Schiff sank an der Küste Camps Bay in 1698 und liegt seitdem versteckt im Kelpwald.

Quelle: http://www.kapstadtmagazin.de/wassersport/Wracktauchen-am-Kap

Verfasst von: heinzney | Februar 10, 2012

Rückkehr zu den Wurzeln

Im Schaufenster des Tilsiter Stadtmuseums in der Hohe Strasse am 29.07.2008 gesehen – das Tilsiter Stadtwappen.

Tilsit – Die Stadt führt wieder das alte Tilsiter Stadtwappen, das Herzog Albrecht im Jahre 1552 der Stadt verliehen hatte.

Der Beschluss der russischen Stadtvertreterversammlung wurde vom Präsidenten der Russischen Föderation gebilligt und mit der Eintragung in das Staatliche Wappenregister sanktioniert.

Die neue Stadtflagge zeigt die historischen Tilsiter Farben Grün, Weiß und Rot quergestreift mit dem Wappen von 1552 in der Mitte.

mehr? => http://www.tilsit-stadt.de/

Quelle: Das Ostpreussenblatt/Hans Dzieran

PETER in Fahrt, Quelle: Petersen & Alpers, Hamburg

Ein prachtvoller Filmbericht – über fast eine Stunde! – von Andreas Vallbracht, Hamburg; kommentiert von Kapitän Karlheinz Römer, Hafenlotse a.D.. Hier ansehen: http://www.prachtvoll.de/. Ein gewaltiger Beitrag, feinfühlig beschrieben. Jetzt hat auch der Laie einen großen Verständnisgewinn über die Vorgänge im Eishafen. Dank an alle Mitwirkenden.

CMA CGM AQUILA am Burchardkai. Foto: Jan Svendsen

Bauwerft: Hyundai Heavy Industries Baujahr: 2009
IMO   Nummer: 9410741 Länge:   363,00 m
Breite: 45,60 m Tiefgang:   15,50 m
TEU:   11.356 Geschwindigkeit:   24,7 Knoten
Heimathafen:   London Flagge:   Großbritannien

Edvard Munch. Der moderne Blick 9. Februar – 13. Mai 2012

Ist Edvard Munch für Sie ein Künstler des 20. Jahrhunderts? Wenn nicht, können Sie ihn jetzt in der SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT aus einer zeitgenössischen Perspektive betrachten. Die Ausstellung nimmt Sie auf eine spannende Reise in 12 Etappen mit. Ein Teil der über 140 Gemälde, Fotografien, Stiche, Zeichnungen, Skulpturen und Filme war in Deutschland noch nie zuvor zu sehen.

Quelle: Schirn Kunsthalle F/M.

… und hier ein schöner Click zum “Anfüttern”: http://www.youtube.com/watch?v=BpxdvUb_KFE

Verfasst von: heinzney | Februar 4, 2012

Einbringung der HANJIN KOREA in den Hamburger Hafen

 HANJIN KOREA, Foto: MGI

Der “Riese” HANJIN KOREA lief Hamburg an. Der Hamburger Andreas Vallbracht ist auf dem Schlepper Bugsier 5 der Bugsier-, Reederei- und Bergungs GmbH & Co, Hamburg / Bremerhaven direkt dabei.

Bugsier 5 , Foto: Cai Rönnau

Wer sich das Ereignis ansehen möchte, dem wird das Anklicken von: http://www.prachtvoll.de/ empfohlen. Viel Spass bei dem hochinteressanten Filmbeitrag.

Die HANJIN KOREA bei ihrem ersten Besuch in Hamburg, Quelle: Dji » Mo 2. Aug 2010, 19:06 /www.forum-schiff.de

Verfasst von: heinzney | Januar 22, 2012

Schwere Sturmschäden an der samländischen Bernsteinküste

Orkantief "Elfriede" richtet an der Küste von Selenogradsk (Cranz) schwere Verwüstungen an. (Foto: Plath/.rufo)

Kaliningrad (Königsberg). Handbreite Risse in Seepromenaden, weggeschwemmte Strände, unterspülte Dünen: Schwere Winterstürme haben Russlands Bernsteinküste verwüstet. Die Schäden sind aber auch eine Folge vernachlässigten Küstenschutzes.

 

 Promenade in Rauschen (30.07.2008), Foto: H. Ney

Die Promenade des Kaliningrader Vorzeige-Seebades Swetlogorsk (Rauschen) war gerade erst saniert, nun dürfte sie bald wieder Baustelle sein: An mehreren Stellen klaffen breite Risse im Beton des neuen Laufstegs, die große Treppe hinunter zum Strand in Höhe des Nobelhotels „Grand Palace“ liegt komplett in Trümmern.
Auch nebenan in Selenogradsk (Cranz) zerstörten bis zu vier Meter hohe Wellen sämtliche Strandaufgänge und unterspülten die massiven Steinpackungen, große Teile der Böschung sackten ab.

Promenade in Rauschen nach dem Sturm vom 14.01.2012, © Fotos by Eduard Politiko, 2012         

Am Rand der neuen Promenade verlor ein eben erst gebautes Strandcafé seine komplette Terrasse, die schweren Sturmseen machten aus dem Vorbau in wenigen Stunden Kleinholz. Sowohl in Swetlogorsk als auch in Selenogradsk spülten die anstürmenden Brecher fast den kompletten Strand ab, nicht viel besser sieht es in Pionersk (Neukuhren) aus – wo noch vor einer Woche ein breiter Sandstrand war, glänzen nun blanke Steine im Winterlicht.Eine solche Serie schwerer Winterstürme wie in den ersten beiden Januarwochen 2012 hat der Russische Hydrometeorologische Dienst in Kaliningrad seit über zwanzig Jahren nicht mehr registriert.

Besonders schlimm trieb es „Elfriede“: Das atlantische Orkantief hatte noch einmal kräftig Luft geholt auf dem Weg ins Baltikum, ehe es in der Nacht zu Sonnabend Kaliningrads etwa 140 Kilometer lange Bernsteinküste erreichte.

Nehrung wieder von Durchbruch bedroht.

Hart traf es die Kurische Nehrung. Zwischen Selenogradsk und Lesnoje (Sarkau), dem südlichsten Dorf der Halbinsel, rissen die vom Orkan aufgepeitschten Wellen auf mehreren Kilometern einen Großteil der Vordüne weg. Es traf fast genau jene Stelle, an der ein Winterorkan am 18. Januar 1983 die Nehrung schon einmal durchbrach, Armeeangehörige und Hunderte freiwillige Helfer brauchten damals mehrere Wochen, um den zwei Kilometer langen Riss wieder zu schließen. Eine solche Katastrophe droht der berühmten, hundert Kilometer langen Landzunge nun wieder. Die Kurische Nehrung, heute zwischen Litauen und Russland geteilt, auf beiden Seiten Nationalpark und zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörend, ist bei Lesnoje am schmalsten. Nur knapp 400 Meter trennen die Ostsee hier vom Kurischen Haff, einer Binnenlagune dreimal so groß wie der Bodensee.“Der Hang ist einfach weg“Wie ein Bollwerk schützt die bis zu zehn Meter hohe Vordüne die Nehrung gegen die offene, in diesem Teil der Ostsee besonders starke Sturmbrandung. Wo die Wellen den Wall durchbrechen, steht ihnen nichts mehr im Weg. „Zum Teil ist die Düne nach den letzten Orkanen jetzt fast zur Hälfte unterspült und abgetragen. Der Hang ist einfach weg, und das gleich kilometerweise“, beschreibt ein Mitarbeiter der russischen Nationalverwaltung das Ausmaß der Schäden. Eigentlich sei der Strandwall nahezu auf der gesamten russischen Hälfte der Nehrungsküste betroffen, aber im sensiblen Bereich rings um das Dorf Lesnoje müsse dringend etwas geschehen. „Die Vordüne muss aufgeschüttet und wieder in Kontur gebracht werden. Bevor sie bricht. Denn dann haben wir wirklich ein Problem.“ Im Ausmaß der Sturmschäden zeigt sich auch eine Folge des vernachlässigten Küstenschutzes. Jahrzehntelang ist zwischen Baltijsk und der Kurischen Nehrung kaum etwas getan worden für den Bau und die Pflege von Dünen und Buhnen. Eine Zeitlang war dieser Finanzposten sogar gänzlich gestrichen aus dem Staatshaushalt. Die alten Buhnen aus ostpreußischer Zeit, bewährt als Wellenbrecher und Erosionsbremsen, sind bis auf wenige Reste verfault.

Beton vs. Natur

Zu sowjetischer Zeit setzte man auf die Kraft von Stein und Beton: Die in den 1970er Jahren anstatt der hölzernen Vorgängerbauten neu angelegten Strandpromenaden von Swetlogorsk und Selenogradsk gleichen massiven Bollwerken. Doch das Meer hat Zeit. Welle für Welle nagte an den Betonwänden, bis sie zu bröckeln begannen, die Salzluft tat ein Übriges, und wenn es stürmt an der Samlandküste, brechen Naturgewalten los, die man der kleinen Ostsee kaum zutraut. So wurden die Flanierbollwerke in Rauschen und Cranz schon 30 Jahre nach ihrem Bau zum Sanierungsfall. Nun baut man sie neu. Wieder aus Beton. Der Bau von Buhnen, nach Meinung vieler Küstenschutzexperten entscheidend für das sanfte Brechen der Brandung, ist nicht vorgesehen.

Sand wird einfach umverteilt

Längst ist in den drei Seebädern Selenogradsk, Swetlogorsk und Pionersk, einst berühmt für ihre breiten Strände, kaum noch Sand vorhanden, die Strömung spült ihn während der Sturmsaison einfach aus der Bucht heraus. Der Chef des Kaliningrader Küstenschutzamtes, Wjatscheslaw Schtscherbina, fühlt sich dafür nicht zuständig.
„Die Schäden an den Promenaden und Bauwerken werden natürlich repariert, aber der Strand? Fällt nicht in unseren Verantwortungsbereich. Strand ist ein Naturobjekt. Nicht unser Thema“, sagte er angesichts der jüngsten Schäden nach dem Durchzug von „Elfriede“. Der Sand an der Küste sei schlichtweg in Bewegung, dagegen könne man nichts machen.
An der litauischen Küste nördlich der Exklave Kaliningrad hat man mittlerweile das umgekehrte Problem: In der Hafenstadt Klaipeda führt die Versandung des Fahrwassers zu immer mehr Problemen für die Schifffahrt. Und während die berühmte Kurische Nehrung an ihrem südlichen Ende zu zerreißen droht, wird sie an der Nordspitze immer breiter.

Quelle: Russland-Aktuell, Die Netzeitung von .RUFO, Dienstag, 17.01.2012

Ältere Artikel »

Kategorien

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.