
Ein Stahlträger ist vermutlich die Ursache für das Loch im Bug des Frachters "Johanna". Die Bergungsplattform „Susanne A“ zog die Stelze aus dem Meeresgrund. Foto: WSA
Stralsund (OZ) – Die Stahlstütze, die die unter britischer Flagge fahrende „Johanna“ durchbohrt haben soll, wurde am Montag gegen 8.10 Uhr geborgen. Der 37 Meter lange Pfahl, der seither in etwa 20 Metern Tiefe auf dem Grund der Ostsee lag, wird jetzt in Dänemark untersucht. Der Knick rechts im Bild deute „auf eine Kollision hin“, erklärt Holger Brydda, Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund.
Am 18. Dezember 2011 sollen sich diese Stütze und ein Teil einer zweiten Strebe an Bord der Hubplattform „Aarsleff Jack 3“ aus ihren Verankerungen gelöst und in den Meeresgrund gerammt haben. Wenige Stunden später sei die „Johanna“ mit der jetzt geborgenen Strebe kollidiert. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, dies sei jedoch das „wahrscheinlichste“ Szenario, erklärt auch Jörg Kaufmann, Direktor der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in Hamburg. Die Experten gehen davon aus, dass an der Stütze haftende Metall- oder Farbreste der „Johanna“ Gewissheit über den Unfallhergang bringen werden. Derweil wird das provisorisch reparierte Schiff morgen Kokkola in Finnland erreichen.
Thomas Luczak
OZ/LOKAL/HST vom 10.01.2012 06:00